Sektion Bern

Marsch zum Rathaus

Vier reformierte Pfarrerinnen rufen zu einem Marsch in Bern am 8. September auf. Hintergrund sind die jüngsten Sparbeschlüsse des Kantonsparlamentes, die auch die Kirchen treffen. Dabei gehen 25 reformierte Pfarrstellen im Kanton Bern verloren.

Der «Marsch zum Rathaus», wo am 8. September das Kantonsparlament tagt,

will kein Protest gegen die Sparmassnahmen sein, sondern «Zeichen für eine lebendige, aktive und menschenorientierte Kirche», wie es in einem Brief der Organisatorinnen heisst.

Ausdrücklich zum Marsch eingeladen werden auch Menschen katholischer oder christkatholischer Konfession.

In einer Zeit «der rasenden Globalisierung, der Verwirtschaftlichung unseres Lebens, des Werteverlustes, der Leistungsgesellschaft, des Jugend-Kultes und vielem anderem mehr» sei die Kirche mit ihrem Nährboden Evangelium wichtiger denn je, schreiben die vier Pfarrerinnen aus der Region Oberaargau in ihrem Brief an die «lieben Mitchristen und Mitchristinnen».

Mitmachen erwünscht

Am 8. September werden im Rathaus Karten deponiert, auf denen zu lesen sein soll, weshalb Kirche für den einzelnen Menschen Sinn macht. Das vierköpfige OK-Team hofft auf möglichst viele solcher Karten: «Je mehr Menschen uns unterstützen, desto sinnvoller wird diese Aktion!» heisst es im Aufruf. Den Abschluss des Marsches bildet ein Friedensgebet in der christkatholischen Kirche beim Rathaus.
Bild nicht vorhanden gross: Systembild (Foto: Werner Näf)

Frühling 2012: Mohnblume  (Foto: Monika Haus)

Frühling 2012: Mohnblume (Foto: Monika Haus)

Bild nicht vorhanden gross: Systembild (Foto: Werner Näf)

Kirche macht Sinn
» http://www.kirche-macht-sinn.ch/

Wir sind überzeugt, dass Kirche Sinn macht

Motiviert durch eine Aussage von Kirchendirektor Christoph Neuhaus, er vermisse die Kirche, die sich mit ihren Leistungen profiliere, haben wir diese Aktion ins Leben gerufen. Mit einem «Marsch zum Berner Rathaus» am 8. September 2014 möchten wir die bunte Vielfalt der Landeskirchen dokumentieren und der Kirche in der Öffentlichkeit ein buntes, vielfältiges Gesicht geben.

Kirche macht Sinn, weil...

Kirche macht Sinn, weil der Glaube nicht verkehrt ist.

Thi Kim Blindenbacher, Wiedlisbach
In welchem Tempo kann der Kanton Bern an den Kirchen sparen?
Der Berner Regierungsrat will mit dem vom Grossen Rat geforderten Abbau von Pfarrerstellen nicht im Mai 2015 starten. Aus seiner Sicht kann mit der Umsetzung des Sparauftrags erst im Jahr 2016 begonnen werden – und wird erst im Jahr 2019 enden.




Grund dafür sind laut einer Mitteilung des Regierungsrats vom Montag Fusionen von Kirchgemeinden des Kantons Bern. Ein Rechtsgutachten hat ergeben, dass in diesen fusionierten Kirchgemeinden Pfarrerinnen und Pfarrer «wohlerworbene Rechte» auf jene Stellen besitzen, die sie vor dem Zusammenschluss innehatten. Diese Stellen lassen sich erst auf den 1. Januar 2019 abbauen. Zudem braucht es für den Stellenabbau eine Ausführungsverordnung. Sie kann erst im Frühling 2015 in Kraft treten, wie die Berner Regierung schon im März dieses Jahres bekanntgab. Den Pfarrerinnen und Pfarrern sei ausserdem eine angemessene Kündigungsfrist einzuräumen, weshalb der Stellenabbau erst 2016 beginnen kann.

Die meisten Pfarrstellen sollen in der reformierten Landeskirchen abgebaut werden

Der Regierungsrat macht diese Vorschläge im Entwurf eines neuen Grossratsbeschlusses über die Anzahl der vom Kanton besoldeten Pfarrstellen. Diesen Entwurf hat die Regierung nun zuhanden des Grossen Rats verabschiedet. Das Kantonsparlament entscheidet im September. Im November 2013 hatte das Kantonsparlament im Rahmen der Aufgaben- und Strukturüberprüfung (ASP 2014) der Regierung den Auftrag gegeben, in den Jahren 2014 bis 2017 insgesamt fünf Millionen Franken einzusparen. Das entspricht 27,5 Stellen. Die meisten dieser Stellen – deren 24,9 – sollen laut dem Entwurf des Grossratsbeschlusses in der evangelisch-reformierten Landeskirche abgebaut werden. In der Römisch-katholischen und der Christkatholischen Landeskirche sollen 2,5 respektive 0,1 Stellen abgebaut werden. Der Grossratsbeschluss über die Zahl der vom Kanton besoldeten Pfarrstellen ist das Instrument, um den Sparauftrag umsetzen zu können.
» http://www.ref.ch/dossiers/berner-regierung-will-pfarrerstellen-spaeter-als-geplant-abbauen/
Bereitgestellt: 08.09.2014     
aktualisiert mit kirchenweb.ch