Publiziert von: Christoph Knoch
Bereitgestellt: 20.03.2026
Das Welschland und die deutsche Schweiz sind beide unterschiedlich unterwegs zu einer Neugestaltung der Kirche. «Chargés de ministère» im Welschland, «Plan P» in Zürich und im Konkordat, «Berner Weg» in Bern sind unterschiedliche Ausdrücke davon. Als Beitrag zum Berner Prozess hat Christian Adrian in einem vorläufigen Arbeitspapier mehrere wichtige Denkimpulse skizziert, die ich hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit versuche zusammenzufassen.
Jean-Eric Bertholet + Christian Adrian,
Heraus aus der Komfortzone!
Während Anfang der 60er Jahre eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung immer noch protestantisch war, bilden die Reformierten heutzutage nicht einmal mehr ein Viertel der Gesamtbevölkerung und selbst im damals so stolzen Kanton Bern vertreten sie nur noch 46 Prozente davon. Veränderungen kommen uns aus der Gesellschaft entgegen. In diesem gesellschaftlichen «Klimawandel» stehen wir unter einem gewaltigen Veränderungsdruck und (wie Verena Salvisberg es neulich in Inter Pares 2025 sagte) mitten in einem Trauerprozess. Hüten wir uns davor, die Krise zu verharmlosen, gar zu leugnen. Eine reine Versorgungskirche, wie wir es früher waren, können wir heute nicht mehr sein.
Entdeckung – und Bejahung der Vielfalt
Also geht es darum, dass wir die Vielfalt innerhalb der Gesellschaft wahrnehmen. Denn unsere Gesellschaft hat sich in unterschiedliche Milieus ausdifferenziert, während unsere Kirche sich bis heute praktisch nur auf gewisse traditionellen Milieus konzentriert. Gegenüber der gesellschaftlichen Vielfalt sollten wir jetzt auch erneut die innerkirchliche Vielfalt entdecken und bejahen, was doch eine Herausforderung ist. Allzu sehr neigen wir ja dazu, Ordnung und Einheitlichkeit zu suchen. Also müssen wir uns doch von der Geborgenheit verabschieden, welche eine (falsche) Harmonie bietet.
Brücken bauen
Um diese Vielfalt zu ermöglichen, ist ein Umgang auf Augenhöhe nötig. So müssen wir einander über die Grenzen unseres eigenen Milieus, Stils, Geschmacks und unsrer theologischen Ausrichtung hinweg anerkennen. So legitim wie unser Eigenes sein kann, kann es doch nur eine beschränkte Geltung haben. Bringen wir also unser Eigenes ins Gespräch und setzen wir uns zugleich dem Gespräch aus! Neue Orte der Auseinandersetzung werden dabei entstehen. Nicht nur Einheit, sondern auch Vielfalt soll unser Ziel sein. Und eine neue Bescheidenheit. Wir sind keine Vertretung Gottes, wir sind auf das Gespräch angewiesen und alte Haltungen mit Status-Ansprüchen sollten verschwinden…
Und das Personal…
Viele Formen von Dienst in der Kirche werden möglich, werden nötig, mit unterschiedlichen Ausbildungen dazu. Wie sollten aber die unterschiedlich aufwändigen Ausbildungen anerkannt, gewürdigt werden? Wie wird es auch für junge Menschen denkbar, sich eine berufliche Zukunft innerhalb der Kirche vorzustellen? Viele Fragen bleiben offen, auch ob es noch zeitgemäss ist, nach rein kantonalen Wegen zu suchen. Inwieweit sind althergebrachte Vorstellungen von «Amt» noch dienlich oder eher hinderlich? Gottes Zukunft kommt uns entgegen, auch von ausserhalb, aus der Gesellschaft und nicht nur aus der Kirche. Viele Fragen, die von uns neue Antworten fordern, neue Perspektiven, Auseinandersetzungen, Offenheit, und bestimmt auch ganz viele Gespräche.
Während Anfang der 60er Jahre eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung immer noch protestantisch war, bilden die Reformierten heutzutage nicht einmal mehr ein Viertel der Gesamtbevölkerung und selbst im damals so stolzen Kanton Bern vertreten sie nur noch 46 Prozente davon. Veränderungen kommen uns aus der Gesellschaft entgegen. In diesem gesellschaftlichen «Klimawandel» stehen wir unter einem gewaltigen Veränderungsdruck und (wie Verena Salvisberg es neulich in Inter Pares 2025 sagte) mitten in einem Trauerprozess. Hüten wir uns davor, die Krise zu verharmlosen, gar zu leugnen. Eine reine Versorgungskirche, wie wir es früher waren, können wir heute nicht mehr sein.
Entdeckung – und Bejahung der Vielfalt
Also geht es darum, dass wir die Vielfalt innerhalb der Gesellschaft wahrnehmen. Denn unsere Gesellschaft hat sich in unterschiedliche Milieus ausdifferenziert, während unsere Kirche sich bis heute praktisch nur auf gewisse traditionellen Milieus konzentriert. Gegenüber der gesellschaftlichen Vielfalt sollten wir jetzt auch erneut die innerkirchliche Vielfalt entdecken und bejahen, was doch eine Herausforderung ist. Allzu sehr neigen wir ja dazu, Ordnung und Einheitlichkeit zu suchen. Also müssen wir uns doch von der Geborgenheit verabschieden, welche eine (falsche) Harmonie bietet.
Brücken bauen
Um diese Vielfalt zu ermöglichen, ist ein Umgang auf Augenhöhe nötig. So müssen wir einander über die Grenzen unseres eigenen Milieus, Stils, Geschmacks und unsrer theologischen Ausrichtung hinweg anerkennen. So legitim wie unser Eigenes sein kann, kann es doch nur eine beschränkte Geltung haben. Bringen wir also unser Eigenes ins Gespräch und setzen wir uns zugleich dem Gespräch aus! Neue Orte der Auseinandersetzung werden dabei entstehen. Nicht nur Einheit, sondern auch Vielfalt soll unser Ziel sein. Und eine neue Bescheidenheit. Wir sind keine Vertretung Gottes, wir sind auf das Gespräch angewiesen und alte Haltungen mit Status-Ansprüchen sollten verschwinden…
Und das Personal…
Viele Formen von Dienst in der Kirche werden möglich, werden nötig, mit unterschiedlichen Ausbildungen dazu. Wie sollten aber die unterschiedlich aufwändigen Ausbildungen anerkannt, gewürdigt werden? Wie wird es auch für junge Menschen denkbar, sich eine berufliche Zukunft innerhalb der Kirche vorzustellen? Viele Fragen bleiben offen, auch ob es noch zeitgemäss ist, nach rein kantonalen Wegen zu suchen. Inwieweit sind althergebrachte Vorstellungen von «Amt» noch dienlich oder eher hinderlich? Gottes Zukunft kommt uns entgegen, auch von ausserhalb, aus der Gesellschaft und nicht nur aus der Kirche. Viele Fragen, die von uns neue Antworten fordern, neue Perspektiven, Auseinandersetzungen, Offenheit, und bestimmt auch ganz viele Gespräche.
