Publiziert von: Mark Haltmeier
Bereitgestellt: 18.12.2011
Die Reformierten entdecken die Liturgie neu
Die Reformierten unseres Landes befassen sich mit der Liturgie: Das Symposium zu diesem Thema, welches am 7. September in der Universität Bern stattgefunden hat, bestätigt dies. Es richtete sich hauptsächlich an Pfarrer und Organisten, die Hauptverantwortlichen des Gottesdienstes. Es entstand ein fruchtbarer Gedankenaustausch zwischen Deutschschweizern und Romands, unter anderem dank einem guten Gleichgewicht zwischen theologischen Wortmeldungen und anthropologischen Betrachtungen.
Claude Demissy
Die ganze reformierte Schweiz muss sich der selben Herausforderung stellen: wie können wir eine bestimmte Theologie des Gottesdienstes mit den anthropologischen Daten unserer Zeit zusammenbringen?
Zwischen Beliebtheit und Desinteresse
Professor Matthias Zeindler erwähnte eine Debatte im Berner Grossrat, in der die Kirche für ihr Engagement und ihre Leistungen sehr geschätzt wurde, jedoch nicht für die gefeierten Gottesdienste. Das könnte sicher in verschiedenen anderen Kantonen festgestellt werden. Dieses Bild müssen wir aber nicht ganz so negativ sehen: unsere gottesdienstliche Verwurzelung bleibt stark! Claudia Bandixen (Präsidentin des synodalen Rats der reformierten Kirche des Kantons Aargau) bestätigt dies: Keine andere Schweizer Organisation schafft es, jeden Sonntag an so vielen Orten Menschen zusammen zu bringen, wie die Kirche.
Trotzdem ist eine Modernisierung des Gottesdienstes notwendig. Es sind anthropologische Betrachtungen, die oft zu solchen Entwicklungen und Neuerungen führen.
Das hat das Symposium wieder gezeigt, weil der theologische Teil dort eher konservativ blieb. So hat zum Beispiel Matthias Zeindler zwischen dem «Sinn» und dem «Zweck» des Gottesdienstes unterschieden . Der Gottesdienst hat den «Sinn», Gott zu feiern. Sein Nutzen (Zweck) für die Menschen ist jedoch relativ. Daniel Neeser hat diese Aussage aufgenommen: er wehrt sich dagegen, dass der Gottesdienst das «Wohlbefinden der Beteiligten» als Ziel hat.
Eine Geisteswissenschaft
Aber auch wenn der Gottesdienst theologischen Betrachtungen entspringt, schreibt uns Gott nicht vor, wie wir ihn feiern müssen. Die Riten werden von Menschen erdacht. Im Versuch sich von unserer menschlichen Art und Weise loszulösen, vergessen die Theologen manchmal, dass wir immer noch Menschen sind, auch bei der theologischen Arbeit. Irene Gysel, die verantwortlich ist für die Gottesdienstübertragungen beim Deutschschweizer Fernsehen, brachte das Symposium wieder auf den Boden der Realität zurück. Sie berichtete ausführlich von Reaktionen der Fernsehzuschauer auf Gottesdienstübertragungen. Sie hob hervor, wie die Teilnehmer den Gottesdienst erleben, unabhängig von den theologischen Absichten der Kirchen.
Ebenfalls «erdverbunden» war der nächste Beitrag in Form eines Dialogs zwischen dem Organisten Vincent Thévenaz und der Pfarrerin Nadine Manson. Die Zusammenarbeit zwischen Pfarrern und Musikern trägt dazu bei, die Qualität der Gottesdienste zu verbessern. Auch wenn Gott das letzte Wort hat, wie beide Referenten zum Schluss sagten, soll der Zusammenhang von Wort und Musik doch modernisiert werden, damit die Gemeindemitglieder ihn nachvollziehen können.
Dieses Symposium hat die verschiedenen Aspekte der aktuellen Debatte über die reformierten Liturgien deutlich gemacht.
Zwischen Beliebtheit und Desinteresse
Professor Matthias Zeindler erwähnte eine Debatte im Berner Grossrat, in der die Kirche für ihr Engagement und ihre Leistungen sehr geschätzt wurde, jedoch nicht für die gefeierten Gottesdienste. Das könnte sicher in verschiedenen anderen Kantonen festgestellt werden. Dieses Bild müssen wir aber nicht ganz so negativ sehen: unsere gottesdienstliche Verwurzelung bleibt stark! Claudia Bandixen (Präsidentin des synodalen Rats der reformierten Kirche des Kantons Aargau) bestätigt dies: Keine andere Schweizer Organisation schafft es, jeden Sonntag an so vielen Orten Menschen zusammen zu bringen, wie die Kirche.
Trotzdem ist eine Modernisierung des Gottesdienstes notwendig. Es sind anthropologische Betrachtungen, die oft zu solchen Entwicklungen und Neuerungen führen.
Das hat das Symposium wieder gezeigt, weil der theologische Teil dort eher konservativ blieb. So hat zum Beispiel Matthias Zeindler zwischen dem «Sinn» und dem «Zweck» des Gottesdienstes unterschieden . Der Gottesdienst hat den «Sinn», Gott zu feiern. Sein Nutzen (Zweck) für die Menschen ist jedoch relativ. Daniel Neeser hat diese Aussage aufgenommen: er wehrt sich dagegen, dass der Gottesdienst das «Wohlbefinden der Beteiligten» als Ziel hat.
Eine Geisteswissenschaft
Aber auch wenn der Gottesdienst theologischen Betrachtungen entspringt, schreibt uns Gott nicht vor, wie wir ihn feiern müssen. Die Riten werden von Menschen erdacht. Im Versuch sich von unserer menschlichen Art und Weise loszulösen, vergessen die Theologen manchmal, dass wir immer noch Menschen sind, auch bei der theologischen Arbeit. Irene Gysel, die verantwortlich ist für die Gottesdienstübertragungen beim Deutschschweizer Fernsehen, brachte das Symposium wieder auf den Boden der Realität zurück. Sie berichtete ausführlich von Reaktionen der Fernsehzuschauer auf Gottesdienstübertragungen. Sie hob hervor, wie die Teilnehmer den Gottesdienst erleben, unabhängig von den theologischen Absichten der Kirchen.
Ebenfalls «erdverbunden» war der nächste Beitrag in Form eines Dialogs zwischen dem Organisten Vincent Thévenaz und der Pfarrerin Nadine Manson. Die Zusammenarbeit zwischen Pfarrern und Musikern trägt dazu bei, die Qualität der Gottesdienste zu verbessern. Auch wenn Gott das letzte Wort hat, wie beide Referenten zum Schluss sagten, soll der Zusammenhang von Wort und Musik doch modernisiert werden, damit die Gemeindemitglieder ihn nachvollziehen können.
Dieses Symposium hat die verschiedenen Aspekte der aktuellen Debatte über die reformierten Liturgien deutlich gemacht.
