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Heinrich Graf-Zbinden

*23.04.1926  †23.06.2017

Einsatzorte

1950 - 1951: Pfarrverweser in Dübendorf-Schwerzenbach ZH, ZH
1951 - 1958: Schleitheim, SH
1958 - 1969: Oberbalm, BE
1969 - 1981: Langenthal, BE
1981 - 1982: Regionalpfarrer Region Seeland, BE
1982 - 1991: Regionalpfarrer Region Bern-Mittelland, BE
Bild Heinrich Graf-Zbinden

nachruf

«Am 23. April 1926 kommt Heinrich Graf in Winterthur zur Welt, wo er als Einzelkind aufwächst. Nach der Matura führt ihn sein Theologiestudium nach Basel und ins Deutsche, nach Tübingen. Am 7. Mai 1950 wurde er in Zürich-Unterstrass ordiniert.

Im Verlauf einer kirchlichen Singwoche in der Innerschweiz lernt er mit zwanzig Jahren 1946 seine spätere Frau, Katharina Zbinden aus Niedermuhlern kennen. Sie wohnt dort im Schulhaus und im Herbst 1950 heiraten die Beiden.

Bald darauf übernimmt der junge Pfarrer im schaffhausischen Schleitheim sein erstes Pfarramt. Und dort – in den Jahren im Pfarrhaus von «Schlaate» – werden den Eheleuten fünf Kinder geschenkt: Martin, Maria, Thomas, Matthias und Urs; vier Buben und ein Mädchen. – Aber sein «Käthi» hat immer stärker Heimweh nach dem geliebten Längenberg und so zieht die 7-köpfige Familie im Herbst 1958 ins vakant gewordene Pfarrhaus von Oberbalm. Die Jahre dort sind für die ganze Familie Graf eine schöne und glückliche Zeit.

Aber irgendwann zieht es «Heiri» dann doch wieder weiter und er lässt sich im Herbst 1969 in eine neu geschaffene Pfarrstelle im oberaargauischen Langenthal wählen. Das immer «städtischer» werdende Leben und Gehabe in Langenthal behagen aber auf die Länge weder Käthi noch Heiri. Er ist halt doch einfach ein «Landpfarrer», der die Leute auf dem Land gut versteht – und den man auch gut verstanden hat; einer, der gerne die schönen alten Lieder singt; ein bodenständiger Pfarrer, der nahe bei den Leuten ist.

So beschliessen die beiden, für sich in Zimmerwald ein Haus zu bauen. Die Kinder sind inzwischen erwachsen geworden und im Frühling 1982 dürfen sie dann ihre eigenen vier Wände beziehen. In den letzten Jahren vor der Pensionierung ist Heiri dann als Regionalpfarrer in der Region Bern-Mittelland tätig. In diesen Jahren steht er dann auch gelegentlich als Stellvertreter auf der Kanzel der Kirche von Zimmerwald, die derzeit (Sommer 2017) gerade renoviert wird; und auch im Alters- und Pflegeheim Kühlewil feiert er Gottesdienste.

2003 – nach dem Tod von Käthi im November – wird es dann aber für Heiri ziemlich einsam. Auch verschlechtert sich seine Mobilität zusehend und so zieht seine Tochter Maria 2006 zu ihm nach Zimmerwald. Für gut neun Jahre führen die beiden miteinander eine Generationen-WG.

Heiri geniesst in dieser Zeit auch noch Seniorenferien im Toggenburg (2014 in Alt St. Johann) und in den folgenden beiden Jahren – betreut von Maria – auch in Brunnen (2015) und an der Lenk (2016). Aber die Altersbeschwerden werden allmählich immer grösser und der Betreuungsaufwand immer umfangreicher, so dass Heiri seinem für ihn nun nicht mehr geeigneten Haus «Adieu» sagen muss; Er zieht im Februar 2016 ins Alters- und Pflegeheim Kühlewil. Dort fühlt er sich zwar wohl und wird bestens betreut; aber die Sehnsucht nach seinem Kätheli wird doch auch immer grösser.

Als im September 2016 seine einzige Enkelin Sophia – noch nicht einmal 20-jährig – völlig überraschend stirbt, fängt auch sein Lebenslicht immer stärker an zu flackern. Kurz vor Pfingsten 2017 bricht er sich bei einem Sturz auch noch das Becken und er kann – und will – sich davon nicht mehr so recht erholen. In den frühen Morgenstunden des 23. Juni darf Heiri Graf friedlich und im Glauben an Jesus Christus einschlafen.»

An der Abschiedsfeier am 11. Juli 2017 in der Kirche Oberbalm (in berndeutscher Fassung) verlesen

Quelle: Maria Graf, Zimmerwald; für die Textfassung verantwortlich: Pfr. Markus Reist, Oberbalm