Geist und Verwaltung / esprit et administration

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20.09.2017 12.01 Jean-Eric Bertholet
ein später Kommentar zum Text von Michel Müller:
Warum spricht Michel Müller von "leitenden Pfarrpersonen", wenn es nur um Koordination geht?... "Inter Pares" braucht man nur Moderatoren, die dafür sorgen, dass die verschiedenen Pfarrpersonen sich treffen, zueinander finden und miteinander wirken können...
Und das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Katecheten, SDM, Räten oder Verwalterinnen...
20.09.2017 07.56 Pierre Aubert, pasteur retraité, ancien aumônier d'hôpital, Genève
Je me réjouis des propositions contenues dans l'article de Werner Näf, en particulier celles d'un mandat spirituel pour les principales forces dirigeantes de l'Eglise.
J'appartiens à l'Eglise protestante de Genève qui a introduit malheureusement depuis plusieurs années un/une RH (responsable des ressources humaines) à l'intérieur d'une direction administrative de l'Eglise. A l'époque de son introduction, j'avais rendu le Consistoire attentif à la perte d'identité ministérielle qu'allait entrainer le remplacement du responsable des ministères par un responsable des ressources humaines(RH).Le changement de nom était gros d'une perte théologique et spirituelle et elle a généré beaucoup de difficultés de reconnaissance de ce RH par les ministres (pasteurs et diacres).
Actuellement un groupe théologique de la Compagnie des pasteurs réfléchit heureusement cet automne avec des professeurs de la faculté de théologie sur le type de gouvernance d'Eglise dont nous avons besoin . Et il devra faire des propositions au consistoire.
A mon avis ce problème n'est pas propre aux Eglises; il s'inscrit dans la montée de la société de la gestion dans la société occidentale. La perte d'autorité de la théologie a conduit à reprendre les valeurs et les représentations de l'entreprise occidentale. La lecture de l'ouvrage de Pierre Musso: "la religion industrielle. Monastère, manufacture, usine. Une généalogie de l'entreprise. Fayard 2017" nous apporte de nombreux éclaircissements à ce sujet.Je vous rends ainsi attentif aux dimensions de la problématique qui touche aux relations entre la théologie et l'économie. Et l'on ne pourra en traiter qu'en connaissant l'évolution de ces relations à travers l'histoire. La dernière forme de religion industrielle étant la révolution managériale aux Etats unis au 20ème siècle.
Nous nous sommes trop laissés influencés par les mirages de la société de la gestion.
C'est pourquoi j'ai décidé au moment de ma retraite de refaire de la théologie et d'encourager mes collègues à lui refaire une place conséquente dans leur vie et leur ministère.
13.05.2017 20.56 Verband des Personals Zürcherischer Evangelisch-reformierter Kirchgemeindeverwaltungen (VPK)
Wir haben uns im Vorstand des VPK intensiv mit dem Artikel befasst und darüber intensiv diskutiert. Gerne möchten wir unseren Bericht, den wir als Antwort verfasst haben, auch in die Diskussion einbringen. Er ist im folgenden pdf enthalten:
» Dokument "Umstrittener Geist in der Verwaltung"
16.03.2017 08.11 Felix Marti, Pfarrer, Supervisor und Organisationsberater
Wer dient hat Macht! Eine administrative Leitung, die viele Aufgaben übernimmt, hat dementsprechend viel zu bestimmen – erst recht, wenn sich Kirchenpflegen zurückziehen und der administrativen Leitung das Feld überlassen. Darüber müssten wir diskutieren. Es geht um die Machtfrage!
Es gibt Pfarrpersonen, die ihre Leitungsfunktionen nicht übernehmen und dann stossen andere in dieses Machtvakuum – das schafft Probleme und das gilt es zu recht zu verändern;
es gibt aber auch Pfarrpersonen, die ihre Leitungsfunktion mit Einsatz übernehmen wollen und nun können sie nicht Gemeindeaufbau betreiben, sondern sind in Machtkämpfe mit Kirchenverwaltern, die von Kirche wenig verstehen, verwickelt. Es wird nicht verstanden, dass Kirche eine Form von Beratungsorganisation ist und keine Non-Profit-Organisation mit einem Geschäftsleiter.
Es geht Pfarrpersonen wie in Spitälern, wo Verwalter zunehmend den Chirurgen sagen, ob sie operieren dürfen oder nicht. Das geht nicht! Es geht klar darum, dass Leiter der Administration eben keine Kirchgemeindeschreiber oder Kirchgemeindeverwalter sind, sondern als Stabstelle der Kirchenpflege untergeordnet sind und damit auch den Pfarrpersonen, die der Kirchenpflege in der gemeinsamen Leitung zugeordnet sind. Wird das nicht beachtet gibt es viele komische Probleme.
Administrative Leitungen dürfen z.B. keine hierarchischen Muster, die sie in anderen Organisationen angelernt haben, in Kirchgemeinden eintragen. Eine Kirchgemeinde ist keine Stab-Linien-Organisation.
Organisatorisch ist klar, dass administrative Leiter als Stabstelle der Kirchenpflege im Gemeindekonvent der Mitarbeitenden im Modell der Zürcher Kirche nichts zu suchen haben - schon gar nicht den verlängerten Arm der Kirchenpflege zu übernehmen haben. Sie können da zu einem Traktandum eingeladen werden und dann wieder gehen, aber sie gehören grundsätzlich nicht dazu.
Der Heilige Geist, so wie ich ihn verstehe, möchte solches klären, so dass administrative Leitung wie übrigens auch Organisationsberatung dem Gemeindeaufbau dienen.
15.03.2017 18.26 Pfr. Andreas Bänziger
In unserer grossen Kirchgemeinde (Frauenfeld) mit 5 Pfarrer-Vollzeitstellen und mehreren diakonischen Mitarbeitenden haben wir seit einigen Jahren eine neue Leitungsstruktur eingeführt: Der monatliche Ressortleiterkonvent unter Leitung des Präsidenten der Kirchenvorsteherschaft entscheidet in vielen operativen Fragen. Im Ressortleiterkonvent sind nicht alle Pfarrpersonen vertreten, sondern nur diejenigen, die ein Ressort leiten, zusammen mit den weiteren Ressortleitenden. Unter den 6 Ressortleitenden sind 2 Pfarrpersonen, 2 diakonische Mitarbeitende (Ressortleiter Diakonie und Ressortleiterin Kind und Jugend), der (Haupt-) Organist (Ressortleiter Musik) und der Kirchenpfleger (Ressortleiter Verwaltung). Ich selber ergänze das Team als Stellvertretender Konventsleiter und Protokollführer und Ansprechperson für die Mitarbeitenden. Diese nach einem Strukturprozess mit Pfr. Martin Bihr eingeführte Ordnung funktioniert ganz gut und ermöglicht eine gemeinsame Führung der Kirchgemeinde in operativen Fragen.
17.02.2017 12.03 Michel Müller
Der Einstieg hat mich gefreut, weil auch so etwas wie Selbstkritik zu vernehmen ist. Es kann doch nicht sein, dass landauf, landab Hunderte von Pfarrerinnen und Pfarrer ihr tägliches Brot verdienen, und gleichzeitig beklagt wird, es fehle an theologischer Reflexion und an theologischen Inhalten in den Reformprozessen, in denen sich die Kirchen befinden. Was tun wir Theologinnen und Theologen (im Zürcher Kirchenrat hats gegenwärtig sogar vier davon plus der Kirchenratsschreiber!) den lieben langen Tag? Wir haben doch die Möglichkeit, in allen Sitzungen (die ebenfalls dauernd beklagt werden), in denen wir sitzen, theologische Impulse einzubringen, nicht zu reden von allen anderen Aufgaben wie Bildung, Verkündigung und Seelsorge. Alles ohne Theologie? Das kann doch nicht sein. Die Zürcher Kirche hat ausserdem im 2014 alle Pfarrpersonen in Konferenzen zusammengeführt und über die wesentlichen Fragen der Kirche der Zukunft diskutieren lassen, gerade auch die der geistlichen Leitung! Man ist sogar zu gemeinsamen Forderungen gekommen, die dann allerdings ein Jahr später in den Pfarrkapiteln zumeist von der Pfarrschaft selber wieder relativiert worden sind. Das hat viel Zeit und Energie (und Geld) gekostet, aber auch viel Gemeinschaft und neue Ideen hervorgebracht. Es fehlt meiner Meinung nach überhaupt nicht an Gelegenheiten, theologisch zu diskutieren. Die Frage ist vielmehr, welche Relevanz diese Diskussionen haben. Und diese Frage richtet sich nicht zunächst an die Kirchenleitungen, wie es üblicherweise geschieht (auch von denen, die jeglichem Leitungsdenken gegenüber kritisch eingestellt sind). Sie richtet sich an die Pfarrschaft selber: Welche Relevanz geben wir der theologischen Diskussion? Wird da wirklich um Wahrheit gerungen? Oder kann und will am Ende nicht doch Jede und Jeder wieder das denken, handeln und glauben, was er oder sie selber will? Natürlich wollen wir in der reformierten Kirche keine autoritär oder hierarchisch vorgegebenen Wahrheiten weiter verbreiten. Aber könnten wir uns wenigstens von Zeit zu Zeit auf etwas gegenseitig verpflichten? Die Wahrheitsfrage kann und darf nicht mit Macht gelöst werden. Aber sie darf oder muss mit Verbindlichkeit diskutiert werden.
Das hat die Zürcher Kirche (oder auch die Thurgauer) in den Nullerjahren ausgiebig getan, als sie die neue Kirchenordnung mit Bekenntnisartikeln beschlossen hat. Und dies, gut reformiert in theologischen und demokratischen Prozessen. Aber hält man sich auch daran? Beschliesst am Ende dann nicht doch jede Pfarrperson wieder selber, ob dies oder das dann auch für sie gilt? So ist es aber nicht gedacht. Wer anderer Meinung ist, hat alle Möglichkeiten, die demokratischen Mittel zu nutzen, aber auch die geistlichen Wege einzuschlagen, also etwa via Pfarrkapitel und Dekanatskonferenz. Das schafft Verlässlichkeit und Verbindlichkeit. Aber wozu denn diese Weg beschreiten, wenn am Ende Jeder und Jede wieder sich selber Papst oder Päpstin ist?
In diesen Zusammenhang ist auch die Stellung von leitenden Pfarrpersonen zu verstehen, nämlich nicht als Hierarchie, aber als Moderation von geistlich-theologischen Prozessen. Diskussionen und Prozesse, die zu (nie endgültigen und abschliessenden, immer revidierbaren) verbindlichen Ergebnissen führen, sind auch der "Ort", der "Platz" im Organigramm, wo der Heilige Geist wirken kann. Das schliesst nicht aus, dass ab und zu auch jemand allein eine prophetische Erkenntnis hat, die dann aber wiederum kollegial zu prüfen wäre. Geistliche Leitung als Moderation ist übrigens zutiefst reformiert, aber auch eine anspruchsvolle Aufgabe, wie ich in eigener Erfahrung erlebe. Das braucht auch Aus- und Weiterbildung (das sieht man doch selber ein, warum müsste es verlangt werden?). Es ist aber letztlich für alle Mitarbeitenden im System Kirche auch entlastend, wenn sich gerade die Pfarrschaft verbindlich verhält. Mag sein, dass die einzelne Pfarrerin und der einzelne Pfarrer etwas an persönlichem direktem Einfluss verliert zugunsten des theologischen Einflusses im Ganzen. Müsste es das uns nicht wert sein?
Also bitte: Mehr theologische Diskussion ja, wenn sie auch gegenseitig verbindlich geführt wird. Dazu braucht es nicht nur eigene Gefässe (die auch, dazu sind Kapitel, Konvente, Lesegruppen, Weiterbildungen, persönliche Lektüre da), sondern das eigene Ernstnehmen der Theologie in allen Handlungsfeldern. Hören wir uns eigentlich noch gegenseitig zu beim Predigen, oder gilt die Verkündigung nur für die Anderen? So wäre Bonhoeffers Diktum wohl falsch verstanden, dass "Kirche für andere da".
Ich bin auch gegen die landläufige Meinung, man müsse zuerst etwas theologisch klären (wann ist es je endgültig für alle klar?), bevor etwas verändert werden kann. Warum liegt die Begründungslast einseitig auf der Veränderung, und dazu noch in einer Kirche, die die Reformation im Namen trägt? Ist das Wirkungsprinzip des Geistes nicht mindestens so sehr die Veränderung wie die Erhaltung des Bestehenden? Deshalb: Nicht vor oder nach den Prozessen und Entscheidungen, sondern mitten drin ist die Weisheit zu erbitten und ihr entsprechend Raum zu geben.
14.02.2017 19.47 Thomas Schaufelberger
Lieber Werner
Danke für die Möglichkeit, diesen Text zu lesen und Rückmeldungen zu geben. Nur ein paar in relativ freier Assoziation:

Dass die Verwaltungsleute und die Personalentwicklung bedrohlich wirken kann ich nachvollziehen. Man könnte das Entstehen eines neuen Kirchenberufes und eine bewusste Personalentwicklung auch ressourcen- und lösungsorientiert sehen: Da übernimmt einer oder eine viel Arbeit, die bisher den Pfarrer oder die Pfarrerin belastet. Dieser Kirchgemeindeschreiber könnte - genau wie die Kirchenpflege - ja durchaus auch geistliche Kompetenzen haben. Ich finde die Bezeichnugn diesers Berufs als "dritte" Macht etwas tendenziös. Die Verwalter, Geschäftsleiter oder Kirchgemeindeschreiber entlasten sowohl Kirchenpflege wie auch Pfarramt. Sie sind genauso demokratisch legitimiert, wie ein Sozialdiakon, eine Sekretärin, oder ein Organist oder eine Katechetin oder ein Sigrist, der angestellt wird. Ähnlich auch die Personalentwicklung der Pfarrschaft. Ich erlebe, wie diese Stellen sehr viel besser als in früheren Strukturen beraten und unterstützen können. So können sie Konflikte verhindern, Burn-outs frühzeitig ansprechen, Rahmenbedingungen für das Pfarramt verbessern, klarere Strukturen verankern usw. Alles eine Entlastung und eine Dienstleistung für Pfarrerinnen und Pfarrer - wenn sie nicht als Bedrohung für die eigene Freiheit gesehen wird.

Ich finde deshalb deinen Vorschlag sehr interessant, die geistliche Beauftragung auf weitere "Ämter" auszudehnen. Tatsächlich ist ein gemeinsames pastorales Amt wahrscheinlich den künftigen Herausforderungen besser gewachsen als ein einzelnes. Auch deine Anregungen für die Aus- und Weiterbildung eines neuen Berufs innerhalb der Kirche nehme ich gerne mit.

Die Zürcher Kirche beschäftigt sich im Rahmen des Reformprozesses "KirchGemeindePlus" intensiv mit Fragen der (geistlichen) Leitung, auch mit Personalführung. Verschiedene Ideen und Diskussionen wurden schon an den Pfarrkonferenzen 2014 (alle Pfarrerinnen und Pfarrer des Kantons waren eingeladen) diskutiert. Dort interessanterweise mit dem Resultat, dass eine Teamleitung des Pfarrteams eine Entlastung wäre. Dann wurde in der Synode im Januar 2017 Organisationsmodelle für grosse Kirchgemeinden diskutiert, die der Kirchenrat vorgelegt hat. Das Projektteam KirchGemeindePlus arbeitet intensiv an dieser Frage. Unter anderem stellt der Kirchenrat 2018 die Kantonale Kirchentagung, die einmal jährlich stattfindet, unter das Thema "Führen und Leiten in der Kirche". Im Zürcher Bildungsprogramm hat das Thema einen Schwerpunkt erhalten.

Dein Fazit spricht mir aus dem Herzen: Die Pfarrschaft sollte die - theologische - Führung im Reformprozess übernehmen und kreativ, mutig, experimentell neue Modelle entwickeln, die theologisch fundiert sind. Sie sollte sich an die Spitze des Reformprozesses in den Kirchen stellen. Dein Beitrag dazu ist ein wichtiger Schritt und hat Vorbild-Charakter.
11.02.2017 07.08 Werner Näf
Lieber Corsin
Grundsätzlich teile ich deine Skepsis gegenüber meiner vorgeschlagenen Hierarchie, auch wenn diese rein funktional ist. Ich bin ein Appenzeller, Landsgemeinde liegt mir im Blut, gegen «Obere» hatten wir immer etwas :-).
Aber jetzt entstehen Grosstrukturen, die rigoros starke Verwaltungs-Leiterpersonen erzeugen werden. Wenn man einen realistischen Blick auf die entstehenden Strukturen wirf, scheint es illusorisch, auf allen Ebenen 2-3 Personen platzieren zu wollen, so sinnvoll und gut es auch wäre. Zu viel teure Arbeitszeit würde eingesetzt und wer unter den Theologen wollte so viel Zeit an Sitzungen verbringen?
Auch wenn ich dir eigentlich zustimme und der Versuch unternommen werden muss – die Chance auf Erfolg scheint mir klein zu sein. Darum mein Vorschlag: Gegenüber der starken Verwaltungsleitung muss auch eine starke Theologieleitung stehen. Wer diesen Posten übernimmt, hat eine Brückenfunktion zwischen Geist und Verwaltung, zwischen Theologie und Struktur – und auch zwischen den verschiedenen theologischen Strömungen. Das muss die leitende Pfarrperson leisten können.
Vielleicht ist es in dieser Phase richtig, beide Stossrichtungen zu unterstützen: auf allen Ebenen 2-3 Pfarrpersonen einbeziehen zu können – und daneben starke, leitende Pfarrpersonen auszubilden, die eine Balance in die faktische (nicht theoretische!) Gemeindeleitung einbringen können.
Dabei muss m.E. das Gespräch mit allen Kräften und Richtungen geführt werden. Pauschale Feindbilder (Liberale, Evangelikale, Technokraten, Ewig-Gestrige) bringen uns in dieser verworrenen Situation nicht weiter.
08.02.2017 15.26 Corsin Baumann, Pfarrverein Kt. Zürich
Lieber Werner
Mir scheint dies tatsächlich ein entscheidender Punkt zu sein: wie die neu organisierte Kirche geistlich-geistig geführt werden soll. Darauf laufen auch die 10 Thesen zu KirchgemeindePlus hinaus, die wir erarbeitet haben. Im Kanton Zürich stellt sich die Frage besonders dringend, weil es um mehr geht als um eine Sparübung.
Wir sehen die Problematik allerdings noch ein bisschen anders. Wir sind skeptisch gegenüber leitenden Pfarrpersonen, weil so die Gefahr droht, dass die theologische Vielfalt verloren geht. Wir plädieren für den Einbezug von min. 2 oder 3 Pfarrpersonen auf allen strategischen und operationellen Ebenen.
Wir sehen ein zusätzliches Defizit darin, dass der theologische Diskurs zu kurz kommt in den vorliegenden Modellen. (nicht zufällig kommen zwei von fünf Vorstandmitgliedern als Nicht-Evangelikale aus stark evangelikal geprägten Kirchgemeinden.
Wir befürchten, dass durch die Reorganisation die volkskirchliche Offenheit verloren gehen könnte. Evangelikale und "Technokraten" sind sich nach meiner Erfahrung darin einig, dass sie nicht viel von theologischen Diskussionen halten. Es steht für sie zum vorneherein fest, das wahr und bibelgemäss ist. Die gemeinsame Suche nach der Wahrheit halte ich aber gerade für ein konstituierendes Merkmal der reformierten Kirche.
Zusammengefasst: es geht m.E. nicht nur um das Thema Geist und Verwaltung sondern auch "Theologie und Verwaltung."
28.01.2017 08.28 Werner Näf
Jeder schreibt in seiner Sprache, liest aber auch die andere :-)
Chacun écrit dans sa langue, mais lit aussi l'autre :-)
Autor: Werner Näf     Bereitgestellt: 15.03.2017     Besuche: 3 heute, 72 Monat
 
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