Kirche denken und träumen, heute

IP-3-2020-Sibylle-Peter <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Mark&nbsp;Haltmeier)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>pfarrverein.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>77</div><div class='bid' style='display:none;'>3813</div><div class='usr' style='display:none;'>380</div>

2020 hat uns viel Zeit zum Nachdenken beschert, als wir ein paar Wochen lang mit dem Herumrennen aufhören mussten; kirchliche Amtsträger hielt man ausser bei Abdankungen ja nicht für systemrelevant…
Sibylle Peter
Als Gemeindepfarrerin und Pfarrfrau, Theologin und SRPV-Präsidentin war ich auf einmal Hausfrau und Mutter im Lockdown. Wie viele andere Kolleginnen und Kollegen erlebte ich Höhen und Tiefen, machte mir Sorgen um unsere alten Leute, freute mich aber auch an der geschenkten Zeit zum Sein, Innehalten, Gärtnern, Denken und Beten. Ich habe Gemeinschaft auf eine völlig neue Art erlebt, beim Beten am Telefon etwa oder beim Abendmahl, das via Zoom übertragen wurde. Aus der Distanz, aber mitten im Alltag habe ich diese Gemeinschaft, die uns wirkmächtig verbindet, noch viel stärker als üblich empfunden. Ich habe sie intensiv erlebt und die Kirche als sehr weit und offen wahrgenommen, als sichtbare und unsichtbare Kirche…
Die Zeit des Lockdowns hatte etwas Gutes, für die Menschen und für unseren Planeten, sie brachte konkrete nachbarschaftliche Solidarität und neue Ideen mit sich, machte aber auch viele Schwächen offenkundig, sowohl individuelle als auch systemische. Trotzdem könnte uns der Wettlauf von vorher leicht wieder erfassen, wenn wir nicht herzhafte Entscheide treffen.
Wer denkt Kirche heute, wer denkt an die Kirche in unserer Gesellschaft?
Ich will glauben, dass die Zeit, die wir gerade erleben, für uns als kirchliche Amtsträger auch eine günstige Gelegenheit ist, uns neu zu erfinden – für unsere Gemeinden und in unserer Beziehung zur Welt und zur Gesellschaft – und dabei unsere theologischen und Glaubensperspektiven einzubringen und öffentlich zur Debatte zu stellen.
Darüber würde ich gerne «inter pares» diskutieren, wenn am 16. November in Olten unsere alljährliche Delegiertenversammlung stattfindet.
Bereitgestellt: 04.09.2020     Besuche: 5 heute, 79 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch