Jahresbericht 2019 des RSPV

IP-2-2020-Verena-Salvisberg<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>pfarrverein.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>77</div><div class='bid' style='display:none;'>3751</div><div class='usr' style='display:none;'>380</div>

Das Vereinsjahr war geprägt durch Veränderungen in der Kirchenlandschaft der Schweiz, vor allem die des Übergangs von Kirchenbund (SEK) zur Kirche (EKS) oder einschneidende Veränderungen in einzelnen Kantonen, z.B. Bern.
Verena Salvisberg
Die Frage der Verortung des Pfarramts in der Kirche auf allen Ebenen (Kirchgemeinde, Landeskirche, Schweiz) hat den Vorstand stark beschäftigt. So wurden an einer Retraite des Vorstands im Januar auf dem Beatenberg verschiedene Varianten diskutiert, wie die Ordinierten Dienste strukturell oder informell in die EKS eingebunden werden könnten, z.B. als Konferenz (analog der Frauenkonferenz) als nationales Pfarrkapitel, das parallel zur Synode der EKS tagen könnte, oder wie bisher als Vorstand des Pfarrvereins mit dem Recht, an der Synode als Gast teilzunehmen.
Es geht um die grundsätzliche Frage nach der Rolle der Ordinierten in (der Leitung) der Kirche, die ja auch auf Gemeinde- wie auf Landeskirchenebene an verschiedenen Orten zur Debatte steht. Ebenfalls hat das zu tun mit der Frage nach der Bedeutung der Ordination, das als dringend zu bearbeitendes Thema bereits verschiedentlich aufgebracht wurde (Theologie des Amtes).
Die Delegiertenversammlung im Mai wurde um einen Diskussionsnachmittag zum Thema der Verortung der Pfarrer*innen, bzw. des Pfarrvereins in der EKS verlängert. Die Resultate aus dieser Diskussion und verschiedene Gespräche mit Vertreter*innen der EKS und mit den Weiterbildungsverantwortlichen führten zum Schluss, dass sich der Vorstand im Moment darauf konzentriert, informelle Wege zu nutzen und zu pflegen. Eine Vertretung des Vorstands wird wie bisher an der AV an der Synode der EKS teilnehmen und speziell auch den informellen Kontakt zu den Synodalen in den Pausen pflegen.
Im Ringen um die Marschrichtung der EKS ist es dem Pfarrverein wichtig, dass unabhängig von einzelnen Voten oder Sprechern die Stimme der gesamten Pfarrschaft gehört wird. Es geht nicht um die Profilierung von Einzelnen, sondern um die gemeinsame Besinnung auf die Theologie. Wie diese gemeinsame Suche, diese gemeinsame Besinnung innerhalb der Schweizer Pfarrschaft zu gestalten wäre, ist ein grosses Anliegen unseres Vorstands, ein Thema, das wir gerne laufend mit unseren Mitgliedern besprechen und weiterführen wollen.
In 2021 ist eine Tagung geplant mit dem Arbeitstitel «Einheit des Amtes in Bezug auf die Einheit der Kirche». Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit Didier Halter (directeur des opf), organisiert.
Damit Pfarrer-innen als Gesprächspartner-innen der EKS ernst genommen werden, braucht es Gefässe, wo sie sich als Berufsstand auf schweizerischer Ebene austauschen können. Im Moment sind die Tagungen des SRPV die einzige Möglichkeit, zu dieser Verständigungsarbeit auf nationaler Ebene einzuladen.

Plateforme romande - Präsidienkonfernz
Auf Westschweizer Ebene gibt es die so genannte «plateforme romande», an der sich die Präsident*innen der Sektionen der Romandie zur gegenseitigen Unterstützung und zur Diskussion aktueller Themen wie der Gesundheit im Pfarramt, der geteilten Leitung, der Sorgfalt im Umgang mit den anvertrauten Personen. Sibylle Peter nimmt an diesen Treffen teil und berichtet im Vorstand darüber. Die Gründung einer Präsidienkonferenz auf Schweizerischer Ebene ist schon länger eine Option für den Vorstand.

Mutationen
An der Delegiertenversammlung im Mai musste sich der Vorstand vom langjährigen engagierten Mitglied Werner Näf verabschieden. Seine realistische und kritische Wahrnehmung des Pfarramts und der aktuell damit verbundenen Herausforderungen war eine wertvolle Ressource für die Arbeit des Vorstands, ebenfalls seine frischen Ideen. Besonders dankbar sind wir um die stetige Verbesserung der elektronischen Vernetzung, (Website des Pfarrvereins, Videokonferenzen, etc.). In seinem Artikel «Palästina vor bald 2000 Jahren» (Inter Pares 19/2) schreibt er: «Wenn die durch die Ordination Beauftragten den Geist des dynamischen Wortes nicht in der Kirche erhalten können, wird sich die Organisation zu Tode strukturieren. Paradoxerweise benötigen die Ordinierten für diese geistliche Aufgabe einen Platz innerhalb der Struktur, in dem sie etwas bewegen können. Darum ist die Volkswahl der Pfarrpersonen wichtig, die Machtverteilung in den Kirchgemeinden – wer entscheidet wirklich? – sowie der Platz der Theologie in der Kirchenleitung kantonal und national bei der EKS.»
Für die Arbeit an und mit der Homepage konnte der pensionierte Kollege aus Lyss, Michael Schneider, gewonnen werden. Erste Überarbeitungen und Aktualisierungen der Homepage wurden bereits vorgenommen.
Unsere stetige Bemühung, neue Mitglieder für den Vorstand zu finden, hat Frucht getragen: An der DV 2020 kann Martin Hauser als neues Vorstandsmitglied zur Wahl vorgeschlagen werden.

Sektionen
Ein wichtiges Anliegen des Vorstands ist die Vernetzung und der Kontakt mit den verschiedenen Sektionen. So war Andreas Zingg vom Berner Verein Gast an der Retraite im Januar und eine Sitzung fand in Luzern statt mit der Vertreterin der Luzerner Sektion. An diesen Verbindungen und am Austausch mit den Sektionen sind wir weiterhin sehr interessiert und angewiesen auf Ideen und Einladungen.

Befreundete Organisationen
Neben der Teilnahme an der Abgeordnetenversammlung des SEK pflegen wir auch Kontakte zu befreundeten Organisationen, wie dem Dachverband Sozialdiakonin und der Schweizerischen Spitalseelsorgevereinigung, an deren Tagungen eine Vertretung aus dem Vorstand präsent ist.

Europa
Auf internationaler Ebene sind wir Mitglied der KEP (Konferenz der europäischen Pfarrverbände) an deren fünftägigen Konferenz im Juni im österreichischen Admont Verena Salvisberg als Präsidentin der KEP gewählt worden ist.

Inter Pares
Die Mitgliederpublikation Inter Pares beeinhaltete in 2019 vier Nummern zu den Themen «Auferstehung», «Spasseshalber», «Burnout und. Spiritualität», «Kinder, Jugendliche, Glaube».

Fazit
Auch in Zukunft wird sich der Vorstand des SRPV stark machen für die Möglichkeit des Mitgestaltens der Kirche durch Pfarrer*innen auf allen Ebenen, die im Austausch und im Zusammenspiel mit professionellen Angestellten und Ehrenamtlichen an einer aktuellen Kirche und einem attraktiven Pfarramt mitbauen.

Dankbar sind wir für alle Anregungen unserer Mitglieder, die uns im letzten Jahr erreicht haben, für die Kontakte national und international und für das kollegiale Miteinander im Vorstand.
Bereitgestellt: 12.06.2020    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch