Jahresbericht 2018 des Vorstands des SRPV

IP-2-2019-Sibylle-Peter<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>pfarrverein.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>77</div><div class='bid' style='display:none;'>3511</div><div class='usr' style='display:none;'>380</div>

Dieser Jahresbericht wurde teils auf Französisch, teils auf Deutsch von den verschiedenen Vorstandsmitgliedern des SRPV redigiert und entsprechend in die andere Sprache übersetzt. Sibylle Peter hat die verschiedenen Beiträge zuletzt zusammengesetzt.
Sibylle Peter
Für den Vorstand bildete die Organisation zweier Anlässe den Schwerpunkt im Jahr 2018:
- Die Tagung in Zürich rund um die Frage nach der Macht in der Kirchenleitung
- Die Tagung in Basel, zusammen mit dem Badischen Pfarrverein.

Echos und Überlegungen zur Tagung in Zürich
Streit um die Macht in der Kirchgemeinde: die markant angekündigte Tagung in Zürich hat gut 100 Personen aus verschiedenen Berufsgruppen zusammengeführt. Der SRPV hatte eine Vorbereitungsgruppe zusammengetrommelt. Das Gespräch über die eigene Berufsgruppe hinaus hat gezeigt: da ist noch viel zu tun. Strukturen können in der Teamarbeit hinderlich sein, charakterliche Schwächen bremsen die Zusammenarbeit, inhaltliche Nicht-Klärungen führen zu Dauerdonnergrollen, Rollen und Aufgaben sind nicht geklärt oder werden nicht eingehalten – die ganze Liste wollen Sie gar nicht wissen.
Die neu entstehenden Grossstrukturen in der Kirche führen zu einer veränderten Position der ordinierten Dienste, auch zu einer Schwächung der Theologie in der Gemeindeleitung. Die Tagung in Zürich konnte diese Fragen zwar ansprechen, aber ohne profilierte Weiterarbeit werden wir weiter kaputte Kirchenteams und auch Kolleginnen und Kollegen antreffen.
Der neue kirchliche Beruf «Kirchgemeindeschreiber» in Zürich – mit seiner Vorläuferin, der «Verwaltungsleitung in der Kirche» – wird da und dort die Gemeindeleitung umkrempeln. Aus diesem Grund hat sich der Vorstand am Fachausschuss für die CAS-Ausbildung beteiligt, die von der Fachhochschule Nordwestschweiz zusammen mit dem Verein der Verwaltungsleute ZH lanciert wurde und die von der Zürcher Landeskirche sowie der neuen Grossgemeinde Zürich gefördert wird.
Das Modul über Theologie und Kirche hatte Unterstützung von unserer Seite nötig: es steht in Konkurrenz zu Personalführung, Finanzen, Immobilien, Kommunikation.
Merci an Werner Näf, der die Tagung angeregt hat und aktiv engagiert war bei der Einladung der verschiedenen Beteiligten. Wünschen wir uns Folgeanlässe zu diesem Tag!

Echos zur Tagung in Basel mit den deutschen Kolleginnen und Kollegen
Einen guten Teil der Ressourcen band die Organisation und Durchführung der gemeinsamen Tagung mit dem badischen Pfarrverein Anfang November in Basel zum Thema: „Der Mensch am Ende – am Ende der Mensch“.
Mit interessanten Impulsreferaten und einem ansprechenden Rahmenprogramm wurde daraus ein erfolgreicher Anlass. Eine interessante Erfahrung war die Entdeckung, wie unsere deutschen Kolleginnen und Kollegen zu ihrem Ordinationsjubiläum geehrt werden: Einladung zur Tagung mit Partnerin oder Partner, Ehrung auf der Bühne für 10, 25, 50 oder 60 Jahre Ordination. Sogar die Witwen sind eingeladen zum Jubiläum ihrer Gatten, wir haben mit ihnen sehr berührende Momente geteilt.
Insgesamt war der Austausch mit den badischen Kolleginnen und Kollegen reich und interessant und es ist Lust da, die Beziehungen zwischen uns PfarrerInnen weiter zu pflegen.
Noch einmal ein riesiges Merci an den Badischen Pfarrverein und Verena Salvisberg für die sehr gute Organisation.

Sektionen in verbindender Dynamik
Das Jahr 2018 gab uns Gelegenheit zu Kontakten vor allem in der Westschweiz. Auch hoffen wir einen Freiburger Delegierten an der diesjährigen DV begrüssen zu können. Eine Anfrage von Thomas Widmer, Co-Präsident des Pfarrkapitels Luzern, zur Stellungnahme des SRPV gegenüber ihrem neuen Personalgesetz hat dazu beigetragen die Beziehungen zu stärken. So haben wir den Weg zur Kirche Weinbergli in Luzerne gefunden, um unsere Juni-Sitzung zu halten.
Macht in der Kirchgemeinde war auch im Spiel beim Streit um die Volkswahl der Pfarrpersonen in Luzern. Der Vorstand hat mit einer ausführlich begründeten Stellungnahme die Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Die Einordnung der Pfarrpersonen als Angestellte der Exekutive verschiebt die Machtverhältnisse und kann die reformierte Freiheit der Verkündigung untergraben.
Die Feststellung von Verena Sollberger, der Pfarrverein führe bei ihnen ein Mauerblümchendasein bestätigt sich auch in anderen Sektionen. Unser Anliegen ist es, ein feineres Ohr zu entwickeln für unsere Mitglieder in einem kirchlichen Umfeld, das sich kräftig wandelt, erstens um zu begreifen, was den einen und andern widerfährt, und dann um ein mögliches Miteinander zu finden, das uns gegenseitig bereichert.
Wir haben mit Freude den Entscheid des bernischen Pfarrvereins empfangen, uns Andreas Zingg als Verbindungsperson zu entsenden. Seine Frage nach einem vom SRPV betriebenen theologischen Think Tank hat unser Interesse erregt, Wege zu finden, um auch das theologische Erarbeiten schweizweit zu verbinden.

Inter Pares
Merci an Jean-Eric Bertholet, der die Redaktion und die Suche nach Autoren verantwortet. Hier die Themen, die dieses Jahr behandelt wurden: Religion, Kirche und Recht (1/2018): die Kirche und das Recht, die rechtliche Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften, Jahresbericht 2017 und Kontakt mit Neuchâtel (2/2018), Echos aus Neuenburg, Genf und Zürich (3/2018) mit der Bemerkung, dass wir den Austausch zwischen den Sektionen und die Informationen über sie stärken wollen. „Streit um die Macht“, Echo aus der Tagung vom 7.9. (4/2018).

Internet
Neben pfarrverein.ch gehören auch nekrologe.ch, perikopen.ch, ausbildungspfarrerinnen.ch sowie wechselwillig.ch zum Internet-Portfolio des SRPV. Im Berichtsjahr sind nur Unterhaltsarbeiten ausgeführt worden, keine Weiterentwicklungen und auch nötige Redesigns wurden aus Kapazitätsgründen nicht initialisiert. Die Umstellung der Mitgliedschaft der Zürcher Sektion hat einige Anpassungen im Hintergrund nötig gemacht. Die Neulancierung des Dienstausweises hat eine Umprogrammierung des entsprechenden Backends erfordert.

Überlegungen zur Liturgie
Der Vorstand des SRPV hat an einer Kommission der Liturgiekonferenz mitgearbeitet, bei der verschiedene Möglichkeiten in Bezug auf eine gesamtschweizerische Perikopenordnung entworfen und diskutiert wurden. Die Seite perikopen.ch wird bis auf weiteres weitergeführt und durch den Vorstand gepflegt.

Beziehungen zu anderen Organisationen
Wichtig sind auch die „Aussenbeziehungen“. Eine Vertretung des Vorstands hat an der Tagung der Spitalseelsorgevereinigung teilgenommen.
An der Sitzung der Delegierten des Dachverbandes Sozialdiakonie vom Juni hat Hansjakob Schibler teilgenommen. Es scheint so, dass die neue Aufgleisung der Diakonie Schweiz, zu der ja der Kirchenbund sehr aktiv beigetragen und die der Diakonie Schweiz eine sehr zweckdienliche Struktur verliehen hat, auf der anderen Seite dem eher gewerkschaftlichen Dachverband Sozialdiakonie etwas den Boden unter den Füssen wegzieht. Viele Sektionen und einzelne Diakone sind ausgetreten.

Ordinierte Dienste in der künftigen EKS
Der Kirchenbund wird zur Kirche (EKS). Wo finden die ordinierten Dienste ihren Platz in dieser kirchenpolitischen Arena? In den neuen Strukturen ist unklar, wie das weiter geschehen soll. 2019 werden verschiedene Modelle und Vorgehensweisen diskutiert, innerhalb des Vorstandes und mit der entstehenden EKS.

Aus dem Vorstand
Der Vorstand hat sein erstes Jahr ohne Sekretariat erlebt und hat sich intern reorganisiert, um die Aufgaben weiterhin erfüllen zu können. Diese Veränderung hat eine positive Auswirkung auf die Rechnung.
Werner Näf hat vor über einem Jahr seinen Rücktritt aus dem Vorstand per Mai 2019 angekündigt, damit wir genügend Zeit haben, einen Nachfolger zu finden. Wir sind noch nicht fündig geworden. Wir wären den Sektionen sehr dankbar für Vorschläge.
Die Sitzungen des Vorstands sind immer dicht und interessant. Neben den Themen, die laufend aufgebracht werden, versuchen wir, den regelmässigen theologischen Austausch zu pflegen. Die Pastoraltheologie, die Standesethik und die Ekklesiologie stehen im Zentrum unserer Überlegungen.
Wir freuen uns, mit den Delegierten an der Delegiertenversammlung vom 13. Mai 2019 vertieft zu diskutieren. Die Versammlung dauert einen ganzen Tag, damit genügend Zeit bleibt für den Austausch.
Bereitgestellt: 14.06.2019     Besuche: 16 Monat
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch