L’Arzillier in Lausanne: 20 Jahre Dialog

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Im Frühjahr 2018 feiert der Verein «L’Arzillier – Maison du dialogue» sein 20. Jubiläum. Grund genug für einen Rückblick auf das Abenteuer des interreligiösen Dialogs im Kanton Waadt und den Ort, an dem er bewusst gepflegt wird, L’Arzillier.
Timothée Reymond
Ein wenig Geschichte
Anfang der 1990er Jahre unterstützen die ev.-ref. Waadtländer Kirche und ihr Département missionnaire die Entwicklung des interreligiösen Dialogs im Kanton Waadt mit der Schaffung eines speziellen Pfarramts, das Pfarrer Shafique Keshavjee übernimmt. Nur wenig später kommt ein Gebäude im Osten von Lausanne im Hinblick auf eben diesen Dialog dazu: Notar Jacques Leyvraz will, dass das Haus seiner Kindheit dem Frieden unter den Kirchen und Religionen dient. Es soll Begegnungen in aller Offenheit ermöglichen. Beim Tod seiner Mutter folgt er denn auch seiner Intuition und macht ein Legat. Er lässt sich von Sh. Keshavjee beraten und stiftet sein Haus der ev.-ref. Kirche des Kantons Waadt (EERV) mit dem Auftrag, das Haus seiner Bestimmung zuzuführen, dem Dialog zwischen Kirchen und Religionen.
Die EERV nimmt sich des Legats dankbar an und beauftragt Pfarrer Keshavjee mit der Ausarbeitung eines Projekts für das Haus, das zunächst angepasst werden muss, damit es seinem Zweck als Ort des Dialogs dienen kann. Eröffnet und eingeweiht wird es am 27. Oktober 1996. Kaum zwei Jahre später, am 17. März 1998, wird dank dem Engagement und der Zusammenarbeit von Gläubigen verschiedener Kirchen und im Kanton vertretener Religionsgemeinschaften der Verein L’Arzillier gegründet – das Haus trug diesen Namen[1] seit der Grundsteinlegung. Der Verein organisiert einen Teil der Aktivitäten im Haus des Dialogs und wacht darüber, dass sich darin andere Gruppen im Geist seiner Charta zusammenfinden können.

Charta
Die Charta der Freunde des Arzillier wurde vom ersten interreligiösen Komitee erarbeitet. Sie fasst auf ein paar Zeilen zusammen, was intra muros vorgelebt wird, das Bauen von Brücken des Zusammenlebens.[2]
«In unserer schönen und zerbrechlichen, an Möglichkeiten reichen, aber zwischen Anhängern verschiedener Religionen und Spiritualitäten, Gläubigen und Ungläubigen, an Gütern oder Glück Armen und Reichen zerrissenen Welt setzen wir uns mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln ein, ohne Vermengung der Lehren und ohne missionarischen Eifer Brücken des Zusammenlebens zu bauen – Gott oder die letzte Wirklichkeit vor Augen, durch das Erforschen von uns selbst und aufmerksam der Welt gegenüber, respektvoll zu andern und uns selbst, nach Frieden und Gerechtigkeit strebend, mit offenen Ohren, im Dialog und zum Teilen bereit.»
2003 konstituiert sich im Haus der «Rat der christlichen Kirchen im Kanton Waadt», inzwischen «Gemeinschaft der christlichen Kirchen…» genannt, ein eminent wichtiger Ort des Dialogs unter christlichen Gemeinschaften.

Gestern, heute, morgen
Kein Zweifel, L’Arzillier ist seiner Mission treu, einen Ort zu bieten, an dem sich Personen unterschiedlicher Traditionen und Spiritualitäten frei und in gegenseitigem Respekt begegnen können, einen idealen Ort also sowohl für den interreligiösen als auch den innerchristlichen ökumenischen Dialog. Dankbar ist man in diesem Haus seit nunmehr 20 Jahren denn auch für Feste, Vorträge, runde Tische, Konzerte, Debatten, Gebet oder stille Meditation im «Oratorium» und nicht zuletzt für die Organisation der Woche der Religionen im Kanton Waadt (jährlich seit 2007).
Erhebende, berührende Momente, die Menschen einander näher bringen, in denen sie Respekt voreinander lernen und beim Brückenbauen zu treuer Freundschaft finden.
Sie möchten L’Arzillier besuchen und/oder mit Vorstandsmitgliedern ins Gespräch kommen? Kontaktieren Sie uns unter der Telefonnummer 079 489 87 77 oder schicken Sie eine Nachricht an comite@arzillier.ch.

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[1] Das 1870 gebaute Haus trägt den Namen «Arzillier», der auf den Dialektausdruck «arzille» für französisch «argile» zurückgeht. Damit spielt der Name des Hauses auf den lehmigen Grund an, auf dem es steht. Was für eine passende Metapher für die Arbeit im Arzillier!
[2] Den Kern des Hauses bildet eine von der Künstlerin Madeline Diener geschaffene Freske. Sie illustriert die Charta und bringt den Brückenbau konkret zum Ausdruck.
Autor: Mark Haltmeier     Bereitgestellt: 24.11.2017    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch