Lokale Beispiele

IP-4-2022-Christina-von-Allmen-Maeder (Foto: Mark Haltmeier)

Christina von Allmen-Mäder
Ich wollte an der Vollversammlung vor allem lokale Beispiele kennenlernen, wie das Evangelium ganz konkret an anderen Orten gelebt wird. Das tat ich dann auch. Besonders hat mir ein Workshop zum Thema HIV und dem damit verbundenen Stigma Eindruck gemacht. In einem kleinen, dunklen Raum versammelt mit 15 Leuten, hörte ich zu, wie lokale Kirchgemeinden in Argentinien, USA, Uganda und Ghana gegen die Stigmatisierung von HIV-Betroffenen angehen. Wichtig ist z.B., dass Pfarrpersonen und Priester HIV-Erkrankte öffentlich umarmen. Es flossen auch Tränen über den Verlust von nahestehenden Menschen. Einige der erzählenden Pfarrpersonen hatten selbst HIV und wussten, wie schmerzlich es ist von Familie, Kirchgemeinde und Gesellschaft ausgestossen zu werden. Ich bemerkte während des Zuhörens, dass ich mich zu all diesen Menschen im Raum sehr verbunden fühle, obwohl ich sie zuvor noch nie getroffen habe. Am Schluss gaben wir uns alle die Hände und sangen «bind us together, Lord» (binde uns zusammen, Herr).
Es wird viel an den Vollversammlungen geredet und man kann sich fragen, was das bringen soll – aber ich habe gesehen, dass dieses Zusammentreffen zu gegenseitiger Ermutigung führt, was vor Ort einen konkreten Unterschied macht. Das Evangelium von Jesus wird in der Umarmung mit einem HIV-erkrankten Menschen sichtbar.
Die Begegnungen an der Vollversammlung haben meinen Blick geweitet und mein Herz voller gemacht. Lebensrealitäten und Varianten des Glaubens sind wortwörtlich näher gerückt. Wer möchte, kann auf www.refbejuso.ch/vollversammlung weitere Eindrücke von mir und anderen in Kurzvideos ansehen.
Bereitgestellt: 18.11.2022    
 
aktualisiert mit kirchenweb.ch