Jahresbericht 2021 des Vorstands

IP-2-2022-SPS (Foto: Mark Haltmeier)

Der Jahresbericht des Vorstands, zu dem jedes Mitglied etwas beigetragen hat, wird gemeinsam verantwortet.
Der Vorstand
Allgemeines
Es war das erste vollständige Jahr ohne Vorstands-Präsidium. Dieser Umstand und die Krise, in die die EKS durch die Rücktritte ihres Präsidenten und eines Vorstandsmitgliedes geriet, beeinflussten die Arbeit des Vorstandes. Die Bestrebungen, dem Pfarrverein in der Organisation der EKS einen angemessenen Status zu verleihen, waren weiter zu verfolgen. Nachdem der Vorstand dazu mit Gottfried Locher ins Gespräch gekommen war, haben wir auch die neue EKS-Präsidentin Rita Famos getroffen. Sie wird übrigens ein Grusswort an unserer Tagung vom 27. und 28. März sprechen. Der Vorstand des SRPV brauchte eine Art doppelte Konsolidierung, nach innen hiess das «Funktionieren» unter provisorischer Leitung bei dezimierten Kräften, nach aussen der Versuch, die Abläufe in der Synode und die Berichte darüber in den Medien aufmerksam zu verfolgen, überall, wo es möglich war, präsent zu sein und den Kontakt zu den «Krisenmanagern» zu halten. Gegen Ende des Jahres, als die drohende Auflösung des Zürcher Pfarrvereins publik wurde, war zuerst einmal zu überschlagen, was eine solche Auflösung für den Schweizerischen Vorstand bedeuten könnte und dann, wie auf das Ansinnen zu reagieren war. In diesen beiden Krisen konnte der Vorstand nur sehr eingeschränkt, gleichsam aus der Defensive heraus agieren. Umso wichtiger war der «neue» Handlungsspielraum in Bezug auf die ins Jahr 2022 verlegte Tagung zu der Identität der Pfarrperson, der Bedeutung der Ordination und dem Beruf(ung)sverständnis. Der Vize-Präsident wurde kontaktiert und hat sich engagiert im drohenden Amtsenthebungsverfahren gegen einen Kollegen aus dem Baselbiet. Kontaktaufnahmen und Schlichtungsversuche bei den involvierten Behörden und Gruppen fanden statt, fruchteten aber letztlich nichts. Die Frage, wie weit der Pfarrverein seine Mitglieder vor letztlich den Ruf der Kirche schädigenden, ausufernden, in der Öffentlichkeit ausgetragenen Konflikten schützen kann (Standesregeln, Rechtsschutz?) muss weiter angeschaut und diskutiert werden.

Sitzungen
Der Vorstand traf sich dafür an insgesamt 8 Sitzungen. 2x virtuell per Zoom, so auch nach der entsprechend abgehaltenen DV. An der Sitzung mit den Weiterbildungsverantwortlichen nahmen diese auch per Zoom teil. Eine Sitzung fand in Bern am Sulgenauweg statt, sie galt dem Treffen mit der neuen Präsidentin Rita Famos. Vier Sitzungen fanden im Kirchgemeindehaus in Roggwil bei der Aktuarin Verena Salvisberg statt. Und eine in Neuchâtel.

Delegiertenversammlung
Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem die DV nur schriftlich stattfand, wurde die DV am 17. Mai 2021 per Zoom durchgeführt. Die Beteiligung war etwas schlechter als in den Vorjahren, aber alle, die teilnahmen, zeigten sich zufrieden mit den Bemühungen des Vorstandes, trotz der diversen Krisen einen gewissen courant normal sicher zu stellen. Der Austausch darüber, was in den einzelnen Landeskirchen passiert, war einmal mehr aufschluss- und lehrreich.

Synoden der EKS
An beiden Synoden (13.-15. Juni (Bern Expo) und 8.-9. November (Bern Rathaus) nahmen Jean-Eric Bertholet und Hansjakob Schibler als Gäste teil. In der Juni Synode war der Bericht der Sonderkommission zur Demission von Gottfried Locher der grosse Schwerpunkt. An der Synode im November war es der Besuch aus dem Vatikan und von Bundesrat Cassis.
Interessant war die Festlegung von zunächst nur noch drei «Handlungsfeldern»: Kommunikation, Bildung und Berufe, und Bewahrung der Schöpfung. Dadurch werden realistische Prioritäten gesetzt. Verschiedene Fachkräfte werden dann miteinbezogen in einem umfangreichen Austausch mit den Mitgliedskirchen und unter Bewahrung des «Subsidiaritätsvorbehalts». So kann die EKS zusammen mit den Mitgliedskirchen eine neue Dynamik entwickeln und gleichzeitig auch an Profil gewinnen.

Kontakt zu den Verantwortlichen der Weiterbildung
Neben dem allgemeinen Austausch, den Möglichkeiten der Weiterbildungen während der Pandemie, wurde auch die Frage diskutiert, was die Priorisierung des Handlungsfeldes «Bildung und Berufe» der EKS für die Weiterbildungsverantwortlichen der grossen Landeskirchen bedeutet. Dass es sich um eine Konkurrenz handeln könnte, wurde in Abrede gestellt. Es gehe um einen Focus während ein, zwei Jahren, bei dem vielleicht neuer oder zusätzlicher Handlungsbedarf festgestellt werde. Wie weit die bestehenden Weiterbildungs-Organe der Landeskirchen durch entsprechende Befragungen involviert werden, müsse sich zeigen.

Kontakt zum Dachverband Sozialdiakonie
Hansjakob Schibler konnte im Berichtsjahr nicht an der Delegiertenversammlung teilnehmen. Zusammen mit Jean-Eric Bertholet hielt er den Kontakt zu Raphael Bachmann, der als Vorstandsmitglied des Dachverbandes Sozialdiakonie zu den Synoden der EKS eingeladen wird. Dort konnte im informellen Rahmen, sehr freundschaftlich und mit gegenseitigem Interesse der Austausch über gemeinsame Anliegen gepflegt werden.

Fachausschuss CAS Verwaltungsleitung in der Kirche
Hansjakob Schibler hat seine damals von Werner Näf übernommene Aufgabe als Mitglied des Fachausschusses auch im Jahr seiner Vizepräsidentschaft weiter wahrgenommen. Dies durch Teilnahme an entsprechenden Zoomsitzungen. Nach dem Abschluss des sehr erfolgreichen ersten Kurses und der erfolgten Evaluierung waren im Blick auf den zweiten Kurs kleine Änderungen zu beschliessen. Die Diplomfeier der ersten Diplomanden musste wegen Corona abgesagt werden.

Inter Pares
Jean-Eric Bertholet, der verantwortliche Redaktor des Inter Pares, das sich letztes Jahr eingehender mit der Entstehung der EKS (IP 1 / 2020) und den Folgen der Causa Locher beschäftigt hatte (IP 3 / 2020), hat sich gefreut das mutmachende Grusswort von Rita Famos an die Synode in IP 3 / 2021 publizieren zu dürfen. Berichte aus verschiedenen Sektionen bereicherten die anderen Nummern, wie auch die Ankündigung der Tagung von März 2022 (25 Fragen zum Pfarrerberuf (IP 4 / 2021)) und «Berufung, Was lohnt sich im Pfarramt?» in IP 3 / 2021. Alle alten Nummern von Inter Pares können auf unserer Homepage nachgelesen werden. Es wurde zwar gefragt, ob Inter Pares zukünftig nur noch elektronisch erscheinen soll, das sollten wir aber noch eingehender miteinander besprechen.

Tagung 2022
Im Laufe dieses Jahres 2021 beschäftigten wir uns intensiv mit der Identität der PfarrerInnen, und zwar nicht nur auf der Ebene der persönlichen Erfahrungen der Mitglieder unseres Vorstands, sondern auch in einem ganz allgemeinen Sinne. Das ist der Grund, weshalb wir unsere Tagung zu diesem Thema gestaltet haben. Aus verschiedenen Gründen hat sich ihre Vorbereitung in die Länge gezogen. Wir sind jetzt aber gespannt, wie diese Tagung nun Ende März 2022 gelingen wird.

Verhältnis Pfarramt – universitäre Ausbildung
Eine andere Frage harrt noch der Vertiefung, ob und wie ein Unistudium und das Pfarramt zusammengehören. Möglicherweise werden wir einen intensiveren Kontakt mit den Theologiefakultäten suchen, um unsere Rolle zu vertiefen oder um selber aktiv zu werden. Im Zusammenhang damit stellt sich weiter die Frage nach der Ordination/Konsekration und ihrer genauen Bedeutung. Ist ein Unistudium eine wesentliche Voraussetzung zur Ordination?

Kontakt zur Spitalseelsorgevereinigung
Verena Salvisberg konnte an der Tagung der Spitalseelsorgevereinigung in Einsiedeln am 30. und 31. August 2021 teilnehmen. Das Thema war: «Die Zukunft ist unser Land! Perspektiven für Seelsorge im Gesundheitswesen des 21. Jahrhunderts». Die beiden Berufsverbände (kath. und ref.) fällten die Entscheidung, einen gemeinsamen «Berufsverband Seelsorge im Gesundheitswesen» zu gründen. Was in der Schweiz als «Spitalseelsorge» an unterschiedlichen Realitäten da ist, soll neu in diesem Verband ein gemeinsames Dach finden: ökumenisch, interreligiös offen und als Seelsorgende aus verschiedenen Sprachregionen. Das Ziel ist, die Seelsorge als Fachdisziplin zu profilieren und den Auftrag als integralen Bestandteil im Gesundheitswesen der Schweiz zu verankern.

Internationale Beziehungen
Verena Salvisberg nahm auch dieses Jahr teil an der Mitgliederversammlung des deutschen Verbands evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer, die jedes Jahr im September, diesmal in Bad Salzuflen (Nordrhein-Westfalen) stattfand. Bei den internationalen Kontakten ist sie jeweils mit zwei «Hüten« dabei, als Vertreterin der SRPV und als Präsidentin der KEP (Konferenz Europäischer Pfarrverbände). Alle drei Jahre findet die grosse Tagung der KEP statt, zu der Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Europa anreisen, in 2022 ist es wieder soweit, auf dem Liebfrauenberg im Elsass. Das Thema dieser Tagung ist : «Vielfalt der Religionen in Europa. Theologische und praktische Herausforderungen».

Zum Schluss
Auf Ende Jahr musste der Vorstand den Rücktritt des langjährigen Mitglieds Kurt Veraguth aus Genf zu Kenntnis nehmen. Dies verschärft die prekäre personelle Situation im Vorstand. Wir suchen weiterhin dringend neue Mitglieder. Wie man dem vorliegenden Jahresbericht entnehmen kann, ist die Mitarbeit im Vorstand eine tolle Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu blicken, engagierte Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Kantonalkirchen und verschiedenen Ländern zu treffen und spannende Projekte kennenzulernen. Der Vorstand bedankt sich bei allen für das entgegengebrachte Vertrauen, das Mitdenken und Mitgehen auch im vergangenen Jahr.
Bereitgestellt: 17.06.2022     Besuche: 5 heute, 65 Monat
 
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