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08 reformiert

Wahrnehmen

Der Kirchenbote hat Tradition

reformiert.zürich
von Rolf Kühni, Präsident des Trägervereins
Neue Trägerschaft Allmählich gewöhnen wir uns an den neuen Namen, - und doch rutscht auch mir, heute noch, überraschend häufig der Name „Kirchenbote“ über die Lippen. Man hatte sich halt so sehr daran gewöhnt! Vor allem wir Pfarrerinnen und Pfarrer.

Besitzer: Pfarrverein

Denn dieser Kirchenbote gehörte über 91 Jahre uns, dem Pfarrverein des Kantons Zürich. Zum Bettag 1915 erschien eine Probenummer, und da diese sehr erfolgreich war, entschied sich der Verein in einer ausserordentlichen Versammlung vom 7. Februar 1916, die „Bestimmungen betreffend Übernahme des Kirchenboten“ einstimmig anzunehmen. Seither begleiteten „wir“ die Geschicke des „Kirchenbote des Kantons Zürich“, manchmal sehr präsent, manchmal eher auf Distanz. Kollegen, deren Namen zum Teil noch heute geläufig sind, profilierten sich als Chefredaktoren, zum Beispiel Oskar Farner und Hans Heinrich Brunner.

Loyal mit Distanz

Stets erwies es sich als hilfreich, dass der Kirchenbote einigermassen unabhängig war von den landeskirchlichen Strukturen. Die redaktionelle Freiheit war dadurch gewährleistet und wurde, nicht ganz immer zur Freude des Kirchenrates, aktiv gelebt. Dass es dem Kirchboten dabei um den Dienst an der Kirche ging und er sich ihr gegenüber loyal verhielt (ohne auf kritisches Hinterfragen zu verzichten), war allen Verantwortlichen dieser Jahrzehnte stets bewusst.

Ablösungsprozess

Trotzdem kam es während der 90er-Jahre vermehrt zu einem lauten Nachdenken über die traditionelle Herausgeberschaft durch den Pfarrverein. Das Pfarrbild und auch die Berufsauffassung der Pfarrschaft selbst hatte sich in der Zwischenzeit gewandelt. War es unter diesen veränderten Bedingungen noch berechtigt, dass dieses wichtigste Kommunikationsorgan unserer Landeskirche ausschliesslich in der Kompetenz des Pfarrvereins lag? Ein konkreter Vorstoss innerhalb der Synode wurde 1998 durch das „Postulat Riesen“ lanciert. Am 19. März 2002 beauftragte die Kirchensynode den Kirchenrat, mit dem Pfarrverein Verhandlungen über eine neue Form der Herausgeberschaft aufzunehmen.

Der darauf folgende Prozess war nicht immer frei von Spannungen. Da aber auch der Pfarrverein das Anliegen der Synode mehrheitlich als berechtigt erkannte, konnten die Diskussionen immer wieder fortgeführt werden. 2007 war es dann so weit: Anlässlich der ordentlichen Mitgliederversammlung vom 4. Juli wurde die Gründungvereinbarung für eine neue Herausgeberschaft ohne Gegenstimme angenommen, bei vier Enthaltungen. Anschliessend wurde den Statuten für den neu zu gründenden „Trägerverein Kirchenbote Zürich“ einstimmig zugestimmt. Dieses gute Resultat war als Vertrauensbeweis für unsere Landeskirche zu werten. Mitbestimmend dafür war nicht zuletzt das öffentliche Bekenntnis des Kirchenratspräsidenten, Ruedi Reich, zur redaktionellen Freiheit.

Zur Gründungsvereinbarung gehörte auch die Bestimmung, dass zwar der Kirchbote dem neuen Verein übergeben wird, dass aber CHF 300'000 zum Vermögen des Pfarrvereins übergehen. Dies als Anerkennung für die jahrzehntelangen Dienste, die Mitglieder des Vereins für den Kirchenboten geleistet hatten. Dieser Betrag steht jetzt als Fonds für Projektarbeit im Bereich „Pfarramt und Kirche“ zur Verfügung.

Neue Herausgeber

Nachdem im Herbst auch die Synode beiden Vorlagen ihre Zustimmung gegeben hatte, war der Weg frei. Am 21. Dezember 2007 fand die Gründungsversammlung statt, und seither hat die Herausgeberschaft ein neues Gesicht. Sie besteht aus vier Delegierten des Pfarrvereins (inkl. Präsidium, dass gemäss Statuten dem Pfarrverein zusteht), zudem aus sechs Delegierten der Synode und zwei Delegierten des Kirchrates. Jedes der drei Gremien hat eine Vertretung im dreiköpfigen Vorstand.

reformiert.

Wenige Monate nach dem Start dieses neuen Modells kam es zur Gründung des Vereins „reformiert.“, einer intensiven Kooperation und gemeinsamen Herausgabe der Kirchenboten der Kantone Zürich, Graubünden, Aargau und Bern (Sämann). Alle vier Blätter erfuhren dabei massive Veränderungen und sind unterdessen erfolgreich als die Zeitschrift „reformiert.“ bekannt. Eine Anpassung des Namens unseres Vereins drängte sich auf, und so heisst er heute „Trägerverein reformiert.zürich“.

Soweit ein kurzer Rückblick auf die Entwicklung von reformiert.zürich. Wer sich für weitere Informationen aus dem Trägerverein interessiert, möge bitte folgende Website öffnen:

» http://www.reformiert.info/artikel_7175.html

Besten Dank, Rolf Kühni

über reformiert.

» reformiert.zürich


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