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Disput - Pfarrverein will theologisch streiten lernen
An einer Retraite im März in Montmirail hat der Vorstand des SRPV beschlossen, eine alte Tradition wieder aufzunehmen. Er will an regelmässigen Tagungen Gegenwartsfragen theologisch aufgreifen und sie kontrovers behandeln. Das vielfältige Berufswissen aus den unterschiedlichen Situationen soll diesem Disput Konturen geben.
Bei dieser Retraite hat der Vorstand auch seine nächsten Ziele definiert. Er hat auf den Aufbau der Dienstleistungen an die Pfarrschaft in den letzten Jahren zurückgeblickt und wird zukünftig die Arbeit stärker ressortorientiert weiterführen. Von Comité Drei Stimmen aus dem Vorstand reflektieren Meinungen und Stimmungen aus der Retraite.
Bernhard Rothen
Ein kleines Alarmzeichen begleitet uns nach Montmirail: Ira Jaillet ist zurückgetreten. Sie hat mit viel Engagement und Lust und mit weiten Perspektiven mitgearbeitet. Aber als Mutter und Waadtländer Pfarrerin ist ihr die Vorstandsarbeit zu viel. Müssen wir auf die Mitarbeit solcher Kolleginnen wirklich verzichten? Oder können wir mit Konzentration und Neuordnung etwas gewinnen? Die Gespräche verlaufen dann pragmatisch und zielstrebig. Ohne Animositäten oder Kompetenzgerangel. Nicht selbstverständlich unter Pfarrern! Wir sind uns einig: die theologische Reflexion ist das Proprium. Sie muss wieder verstärkt werden. Aber das bedeutet auch, dass man unterschiedliche Grundannahmen und Zielsetzungen offen darlegt und - wo nötig streitbar - klärt. Debatte: das Wort gefällt uns. Ob wir das in der Praxis einlösen können? Wir vereinbaren, dass in Zukunft eine halbe Stunde in jeder Sitzung der Theologie gewidmet sein soll: dem Bemühen, die anstehenden Fragen theologisch zu durchdringen und zu werten. Das ist anspruchsvoll. Und macht Lust. Also: Andiamos! Mit frischem Mut an dieses gute Werk!
Pierre de Salis
In Montmirail hatten wir eine fruchtbare Zeit an einem geeigneten Ort, um an unseren Zielsetzungen und Prioritäten zu arbeiten. Wir konnten vertieft über unseren Auftrag nachdenken und die Art, wie wir ihn in den nächsten fünf Jahren erfüllen wollen. Und dies sowohl in organisatorischer, wie auch in grundlegender Hinsicht. Doppeltes Ergebnis: erstens daran anknüpfen, was die Geschichte des SRPV schon immer geprägt hat (regelmässige Einladungen unserer Mitglieder zu theologischen Treffen) und zweitens: die interne Organisation des Komitees stärken. Schlussendlich, und dies ist nicht zu unterschätzen, hat die Retraite es ermöglicht die Freundschaften der Komiteemitglieder zu vertiefen.
Werner Näf
Der Stall des traditionsreichen Gehöfts steht gleich beim Eingang. Grosse Fuder wurden durch die Tore eingebracht - aber nicht überladen bitte!
Wir sitzen zusammen, gewichten, wägen, laden auf und wieder ab. Konzentriert, offen, gut geleitet, grenzen wir Ideen, Wünsche und Bedürfnisse ein. Der Blick zurück auf die grossen Tagungen des Pfarrvereins gibt Richtung.
Die Kräfte müssen verstärkt werden, sonst können wir auch das kleinste Fuder nicht einbringen, das zeigt sich bald. Wir beschliessen, eine 20%Sekretariatsstelle bei der nächsten Delegiertenversammlung zu beantragen.
Ich kann nicht alles, was anfänglich in Kratten und Getreidesack war, auf das Pfarrvereins-Fuder laden, es ist so schon schwer genug. Die Entwicklung in den Schweizer Kirchen zeigt, dass wir unbedingt dranbleiben müssen. Im Umbruch müssen wir uns die Hand reichen - wie heisst das heute? Vernetzen.
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