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Impressionen aus der Landschaft unseres Berufs
Im Eisenbahnkreuz unseres Landes tauchten die Delegierten pünktlich auf. Elf der achtzehn Sektionen des Schweizerischen Pfarrvereins konnte der Präsident begrüssen. Einstimmig wurde ein neues Mitglied aufgenommen: die Sektion Solothurn mit ihren 23 Pfarrämtern. Von Bernhard Rothen Am meisten Zeit war den Berichten aus den Sektionen gewidmet. Der cantus firmus dabei: überall Baustellen! Zu einem grossen Teil bedingt durch den Rückgang an finanziellen Mitteln, zum anderen durch neue, durchgreifende Vorstellungen von der rechten kirchlichen Ordnung. In manchen Kantonen ist das erzwungen durch ein sich änderndes Verhältnis von Kirche und Staat. Der Religionsunterricht wird aus dem Stundenplan in die Freizeit verschoben und gerät unter Druck, mit vielen anderen Angeboten zu konkurrenzieren. Eine andere Ursache für die Veränderung unseres Berufsfeldes sind die vielen Teilzeitanstellungen, in Bern schon über die Hälfte der Stellen. Eine Delegierte sprach davon, dass an der Kirchenverwaltung «gebastelt» werde. Eine andere berichtete, dass die fünf Jahre alte Kirchenordnung schon wieder revidiert werde. Wir kommen aus den Vernehmlassungen nicht hinaus. Gerne hätte man Zeit zur theologischen Reflexion. Aber die Zeit und Kraft reicht nicht.
Dennoch war deutlich hörbar: Man möchte die Veränderungen aktiv angehen statt resignativ erdulden. Fast alle beschrieben positive Erfahrungen. Intellektuelle Fluchtbewegungen waren nur zwischen den Worten zu hören.
Aus vielen Sektionen wurde berichtet, wie man spezifisch theologische Antworten sucht: Wenn die Ressourcen knapp werden – kann von unten her eine Kultur des Gebens wachsen? Was ist eine evangeliumsgemässe Besoldung? Sind Unterschiede auf Grund unterschiedlicher Ausbildung und Stellung legitim? Ist es richtig, mit Umfragen den kirchlichen Istzustand zu erheben und sich daraus Weisung für den Weg in die Zukunft zu erhoffen? Hilft es uns, wenn wir unsere «kybernetischen» Kompetenzen ausbilden? Und: ändert sich theologisch etwas, wenn wir von Amtsträgern zu Angestellten werden? Weist nicht das Ordinationsgelübde, die Wahl durch die Gemeinde und die «Residenzpflicht» auf eine lebenslange, ganzheitliche Indienstnahme, die sich nicht vereinen lässt mit der Flexibilität einer Anstellung, die jederzeit kündbar ist?
Weil er Hilfestellungen für tragfähige Antworten auf solche Fragen bieten möchte, will der Vorstand seine Arbeit fortsetzen. In den letzten Jahren hat er neue Dienstleistungen aufgebaut und zu diesem Zweck die angehäuften finanziellen Mittel eingesetzt. Bislang haben die Mitglieder finanziell nichts zu spüren bekommen von dem neuen, grösseren Angebot. Damit diese Arbeit fortgesetzt werden kann, muss der Mitgliederbeitrag nun um Fr. 10.- erhöht werden. Zudem ist eine administrative Hilfe nötig, damit die ehrenamtliche Arbeit des Vorstands die nötige Kontinuität erhält. Zu diesem Zweck beantragte der Vorstand eine zusätzliche Erhöhung um Fr. 10.-. Der Antrag auf Erhöhung des Mitgliederbeitrags auf insgesamt Fr. 40.- pro Mitglied der Sektion wurde nach einer konzentrierten Diskussion genehmigt. Diese Diskussion kann nun in den Sektionen weitergeführt werden. Denn jede Sektion hat das Recht, an der Versammlung im Jahr 2011 einen Rückkommensantrag zum Budget zu stellen und in diesem Rahmen auch diese Erhöhung in Frage zu stellen. Der Vorstand dankt für das Vertrauen der Delegierten und ist frisch motiviert für die Fortsetzung seiner Arbeit.
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